Jubiläum 60 Jahre

Datum: 
18.05.2018 bis 22.05.2018

Das drj-Jubiläum 2018 Jedes Treffen ist eine ganz neue Erfahrung, schon alleine dadurch, dass die Mischung der Menschen jedes Mal anders ist. Am Jubiläum waren aber zusätzlich nicht nur Leute aus meiner drj Generation, sondern auch ehemalige, die früher in der drj waren und junge, die erst noch kommen werden. Alles war so riesig. Die Morgen- und Abendkreise. Die Menge an Menschen, die gleichzeitig aß, tanzte und sang und um das große Feuer stand. Als ich mit meiner Familie ankam, wurden wir unten vor dem Schloss freundlich empfangen und ich durfte mir ein wundervolles Holzplättchen mit meinem Namen darauf umhängen und mich in die Diensteliste eintragen. Dann sind wir sofort zum Essenszelt gelaufen. Es war überwältigend, so viele Leute auf einem Haufen zu sehen, die alle ähnlichen Wegen und Zielen folgen, wie ich. So viele zu kennen, die umarmt und begrüßt werden wollen und so viele nicht zu kennen, und sich trotzdem wie auf einer riesigen Familienfeier zu fühlen, bei der alle irgendwie verwandt sind und sich kennen. So habe ich mich erst einmal gesetzt, mit einem Teller mit etwas Suppe und habe alles auf mich wirken lassen. Seltsam auch zu sehen, dass meine Mutter ja auch einige Leute von früher kennt, denen sie dann ihre zwei Kinder vorstellt, oder zu hören, dass mich die und die Person noch als Baby kennt. Es gab viel zu verarbeiten und zu entdecken und zu labern. Ein großer Erfolg in meinem Leben als drj-ler war der Erwerb eines der drj T-Shirts. Es war einfach ein wundervoller Moment. Es ist dunkelblau mit weißem Aufdruck. Es schützt mich vor Wärme, Kälte, Schweiß und Mücken. Es ist ein treuer Begleiter im Alltag und auch beim Schlafen im Zelt. Feuerfest und Wasserabweisend ist es natürlich auch. (Vor allem wenn man es schon seit Monaten nicht gewaschen hat und es eine natürliche Fettschicht aufgebaut hat.) Kaufen Sie jetzt: Das allzweck drj T-Shirt aus dem drj Shop. Jetzt nur 15€! Es war so schön zu sehen, wie beim Holz holen alle zusammen halfen. Wir sind dafür einige Kilometer an einer kaum befahrenen Landstraße entlanggelaufen, bis wir schließlich bei einem Wald ankamen. Fast alle stürzten sich sogleich ins Unterholz, um Feuerholz für unser Jubiläumsfeuer zu sammeln. Im Wald wimmelte es von Menschen, und dann luden wir alles auf den Anhänger, um es zum Ort des Geschehens karren zu können. Für das Geländespiel sind wir wieder losgezogen, immer an der Straße entlang. Es war ein heißer Tag, aber wir waren motiviert. Als wir endlich im schattigen Wald laufen konnten, war es noch schöner. Dann kamen wir auf einer wundervollen Lichtung an, auf der es mild nach Bärlauch roch. Sonnenflecken wurden durch die Baumkronen auf den überwucherten Waldboden geworfen. Dort haben wir also das Geländespiel gespielt. Zwei Runden, dann ging es zurück, um einigermaßen rechtzeitig zum Essen zu kommen. Vor dem Buffet des wundervollen Bunten Abends, haben wir zusammen Hinnematov getanzt. Es war eine fortlaufende Bewegung, die mindestens 10 Minuten anhielt. Mit Schlenkern und Spiralen sind alle 250 Menschen in einer Reihe dem Essen entgegen getanzt. Irgendwann konnte ich den Tanz dann mit geschlossenen Augen und hätte ihn mit Sicherheit auch im Schlaf tanzen können. Der Bunter Abend war bereichernd. Es waren keine typischen Bunter Abend Auftritte, sondern vieles, was ich noch nie in der Art bei einem Bunten Abend gesehen habe. Musikalisches, komödiantisches, baladiges, aufklärendes über die drj-Geschichte... Das große Feuer war natürlich ein tolles Erlebnis. Als riesiger Kreis singend um einen riesigen Feuerstoß zu stehen. Die Funken waren wie Regen, der auf uns hinab regnete. Nach dem gemeinsamen Singen und um das Feuer stehen, sind schon einige Leute gegangen. Die anderen haben dann ganz viel Mandelpunsch getrunken und sich teilweise um das Feuer gelegt und gesetzt. Hier habe ich die Theorie aufgestellt, dass wenn man zu viel Mandelpunsch trinkt, einem die Mandeln raus operiert werden müssen. Als wir dann spät in der Nacht zurück zum Schloss gelaufen sind, waren unglaublich viele Sterne am Himmel zu sehen. Ich glaube, so viele habe ich noch nie gesehen. Deshalb lag ich in dieser Nacht auch noch länger auf einer Bierbank vor der „Zeiteninsel“ und habe den wunderschönen Birkenbäumen beim „im Wind tanzen“ zugeschaut. Und natürlich den Sternenhimmel bewundert. Da sind vor lauter Bewunderung meinerseits auch einige Sterne gleich vor Scham vom Himmel gefallen. Das tat mir leid. Aber es sah wirklich sehr beeindruckend aus. Am Diashowabend saß ich erst etwas unbequem auf dem Boden des Festzeltes, doch dann baute Laurin eine Bank mit Lehne aus 2 Bierbänken und einem Biertisch, was natürlich seine Erfindung war, nicht die der Pfadfinder, das wäre ja absurd... Und so lachten wir über ganz alte, alte und fast alte Fotos. Vor allem war es schön, Kinderfotos von Leuten zu sehen, die ich nur als Erwachsene kenne. Und sehr inspirierend zu sehen, was die drj-ler früher so für Treffen gemacht haben. Zum Beispiel bin ich sehr neidisch auf die VW Bustouren, die früher wohl recht oft stattgefunden haben. Als alle Fotos durchgeschaut waren, und die meisten schon in ihren Betten und Zelten lagen, habe ich mich noch mit Daniel und später auch Laurin ans Lagerfeuer gesetzt und den letzten Abend genossen. Hauptsächlich haben wir in RL-China-Sprache geredet. (Dazu habe ich auch schon eine Geschichte geschrieben, von den Geblüdeln Glimm, die am Ragelfeuel saßen.) Text von Gwendolyn